Beißreflexe

Patsy l’Amour laLove

Gewöhnlich wird sie unter ihrer entzückenden Gürtellinie angegriffen und mit Sprechverboten belegt. Doch ganz selbstbewußt pervers haben wir
Patsy l’Amour laLove angetroffen, als sie einmal ungestört über ihre Sammelbände „Beißreflexe“ und „Selbsthass und Emanzipation“ sprechen konnte.

Wir veröffentlichen diesen Mitschnitt der Lesung in der AHA vom 16. Juni 2017 und bieten allen Interessierten* die Gelegenheit, Patsy l’Amour laLoves Gedanken ganz zwanglos und verbotsfrei zu genießen.

Hinweis: Das Video ist in Kürze wieder abrufbar!


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Beißreflexe:

Patsy l'amour laLoveQueer steht für eine selbstbewusst perverse Entgegnung zum heterosexuellen Wahnsinn und der Feindseligkeit gegen das Anderssein. Queerer Aktivismus wurde in Zeiten von AIDS als Selbstbehauptung verstanden: Die Perversen und Unangepassten – Schwule, Lesben und Transmenschen – kümmerten sich umeinander und kämpften gemeinsam. Die Queer Theory der 1990er Jahre griff ihre Kritik mit emanzipatorischer Zielsetzung wissenschaftlich auf.

Queer hat in den vergangenen Jahren eine bedeutsame Veränderung erfahren. Queerer Aktivismus operiert häufig mit Konzepten wie „Critical Whiteness“, „Homonormativität“ und „kulturelle Aneignung“. Ein Kampfbegriff lautet „Privilegien“ und wittert hinter jedem gesellschaftlichen Fortschritt den Verrat emanzipatorischer Ideale. Oft erweckt dieser Aktivismus den Anschein einer dogmatischen Polit-Sekte. Das Ziel ist nicht selten die Zerstörung des sozialen Lebens der Angegriffenen.

In dem Sammelband Beißreflexe widmen sich mehr als 20 Autor*innen dieser Form von queerem Aktivismus und ihren theoretischen Hintergründen aus einer Perspektive, die an die teilweise vergessene oder abgewehrte selbstbewusste Entgegnung von Queer anschließt.

Mit Beiträgen von Leo Fischer, Ilona Bubeck, Dirk Ludigs, Tjark Kunstreich, Jan Noll, Elmar Kraushaar, Sama Maani, Benedikt Wolf, Hans Hütt, Koschka Linkerhand, Julia Jopp, Doloris Pralina Orgasma, Caroline A. Sosat, Nina Rabuza, Melanie Götz, Nikola Staritz, Nikolai Schreiter, Jakob Hayner, Frederik Schindler, Jann Schweitzer, Till Randolf Amelung, Vojin Saša Vukadinovic, Marco Ebert, Christoph Wagner, Dierk Saathoff und Patsy l’Amour laLove.

Selbsthass & Emanzipation:

Patsy l'amour laLove Nicht nur Heterosexuelle betonen möglichst häufig, wie tolerant und liberal die Gesellschaft doch mittlerweile geworden sei – gerade in Bezug auf Schwule, Lesben und Transmenschen. Auch diesen ist die Normalität ein großes Anliegen, zu der es zu gehören scheint, dass alles, so wie es ist, in bester Ordnung sei.

Die Feindseligkeit aber ist immer noch vorhanden. Am deutlichsten spürbar im Coming-out, das auch heute für die meisten ein Problem darstellt. So weit kann es also nicht her sein mit der Normalität der Anderen.
Anderssein wird abgewertet, was sich nicht zuletzt auf die Anderen und ihren Umgang mit sich selbst auswirkt. In diesem Sammelband beschäftigen sich 17 Autoren*innen mit dieser Ablehnung und dem selbstbewussten Beharren auf dem Anderssein, anstatt eines Zurechtbiegens nach heterosexuellen Maßstäben.

Mit Beiträgen von Martin Dannecker, Manuela Kay, Sama Maani, Andrea Trumann, Benedikt Wolf, Dragan Simicevic, Antonia Netzer, Rahada, Marco Ebert, Polly Puller, fink, Panne Pepper, Till Amelung, Daria Majewski, Erik Meyer und Dirk Sander.